6B_1004/2025 — Lésions corporelles graves; lésions corporelles simples qualifiées; droit d'être

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Bundesgericht weist Beschwerde eines Vaters ab, der sein Baby wiederholt misshandelt und dadurch schwere Körperverletzung verursacht hatte.

Lésions corporelles graves; lésions corporelles simples qualifiées; droit d'être entendu; arbitraire

Dossiernummer 6B_1004/2025
Entscheiddatum 26.03.2026
Publikationsdatum 24.04.2026
Abteilung Ire Cour de droit pénal
Rechtsgebiet Infractions
Sprache fr
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Das Strafgesetzbuch unterscheidet zwischen schwerer Körperverletzung (Art. 122 StGB) und einfacher qualifizierter Körperverletzung (Art. 123 StGB). Im vorliegenden Fall wurde ein Vater verurteilt, weil er seinen wenige Wochen alten Sohn wiederholt geschüttelt und dabei schwerste Hirnverletzungen sowie Knochenbrüche verursacht hatte. Strittig war, ob die Hirnverletzungen als schwere Körperverletzung zu qualifizieren seien und ob der Beweisantrag auf Einvernahme einer Cousine des Beschuldigten per Rechtshilfe zu Unrecht abgelehnt worden war.

Das Bundesgericht bestätigte den Schuldspruch vollumfänglich. Die kantonale Berufungsinstanz hatte den Beweisantrag ohne Verletzung des rechtlichen Gehörs abweisen dürfen, da die neue Version des Beschuldigten – wonach die Cousine das Kind mitbetreut habe – erst nach fünf Jahren Untersuchung und damit verspätet vorgebracht wurde und als unglaubwürdig einzustufen war. Die Qualifikation der Hirnverletzungen als schwere Körperverletzung war angesichts des Schweregrades des Schütteltraumas, des Alters des Opfers und der statistisch hohen Rate bleibender Schäden nicht zu beanstanden. Die Vorbringen des Beschuldigten erwiesen sich grösstenteils als appellatorisch und damit unzulässig.

Das Urteil bestätigt die strenge Rechtsprechung zu Kindsmisshandlungen: Bereits das ernsthafte Gefährdungspotenzial bei einem Schütteltrauma genügt für die Annahme schwerer Körperverletzung, selbst wenn das Kind im Urteilszeitpunkt keine manifesten Folgeschäden aufweist. Zudem zeigt der Entscheid, dass neue Schutzbehauptungen in der Berufungsphase nach langjähriger Untersuchung als prozesstaktisches Manöver gewertet und ohne Willkür abgelehnt werden können.

Erstellt mit Claude (Anthropic). Keine Rechtsberatung.